Erpressung

Wenn Computerviren Lösegeld fordern

April 22nd, 2010
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Nachdem man sich das Virus zugezogen hat, durchsucht es den gesamten Rechner nach illegalen Inhalten.

Nachdem man sich das Virus zugezogen hat, durchsucht es den gesamten Rechner nach illegalen Inhalten.

Stell dir vor, du lädst dir aus dem Internet auf nicht ganz legale Weise ein Game herunter. Du installierst es und registrierst dich dafür. Du denkst nichts Böses dabei. Kurze Zeit später bekommst du eine E-Mail. Eine E-Mail mit einer Lösegeld-Forderung. Du sollst sofort 1.500 Yen bezahlen, sonst … Ja, was sonst?

Was sich anhört wie die Zusammenfassung eines Cyberthrillers ist für etwa 5.500 Menschen Realität geworden. Sie haben sich illegal ein pornographisches Game aus dem Internet heruntergeladen und sich dafür registriert. Was sie nicht wußten: Mit dem Spiel haben sie einen Trojaner installiert. Dieser leitete sie dann auf eine gefälschte Seite, wo sie sich registrieren sollten. Was viele Gutgläubige auch taten. Die Schadsoftware erstellte dann einen Screenshot von der Registrierung mit den Daten und verschickte die E-Mail mit der Lösegeld-Forderung, wonach besagter Screenshot (der inzwischen im Internet veröffentlicht worden war) erst wieder entfernt würde nach einer Zahlung von 1.500 Yen. Yen? Ist das nicht die japanische Währung? Ja, ist es. Glücklicherweise klingen 1.500 Yen nach mehr, als sie tatsächlich sind. 1.500 Yen sind nämlich umgerechnet etwa 16 Dollar. Dieses Lösegeld solle bezahlt werden, um die Urheberrechtsverletzung abzugelten. Wie gesagt sind bereits etwa 5.500 Personen auf das böse Game reingefallen. Wie viele von ihnen die 1.500 Yen auch bezahlt haben, ist leider nicht bekannt.

Es darf allerdings bezweifelt werden, dass der Trojaner tatsächlich vom Hersteller des illegal heruntergeladenen Games verbreitet wurde/wird. Die Website, auf der die Screenshots veröffentlicht werden, gehören nämlich einer Strohfirma und einer fiktiven Person, welche bereits im Zusammenhang mit den Trojanern Zeus und Koobface aufgefallen waren, wie Rik Ferguson von Trend Micro gegenüber dem Sender BBC sagte. Seiner Meinung nach sei das eine kriminelle Gang, die ständig in solche Aktivitäten verwickelt sei.

In Europa gibt es übrigens ein ähnliches Virus: Nachdem man sich das Virus zugezogen hat, durchsucht es den gesamten Rechner nach illegalen Inhalten. Aber egal ob das Virus oder etwas findet, man erhält auf jeden Fall ein Pop-up oder sogar ein Schreiben von der fiktiven Organisation ICPP Copyright Foundation, welche darin eine außergerichtliche Einigung für 400 Dollar anbietet, zahlbar mittels Kreditkarte. Gedroht wird mit einer Klage und sogar Gefängniss, falls man sich nicht auf das Angebot einlasse. Nun kommt aber der Clou: Auch wenn jemand in Panik gerät und seine Kreditkartendaten angibt, wird das Geld nicht abgebucht. Die Hintermänner haben es nämlich gar nicht direkt auf die 400 Dollar abgesehen. Sie wollen die Kreditkartendaten, um sie verkaufen zu können.

[ak]

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08.02.2012
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