Appellierung an das Rechtsbewusstsein

Umgehung von Websperren strafbar

August 21st, 2009
Diesen Artikel: Kommentieren | Drucken
BKA-Präsident wehrt sich gegen den Vorwurf der Zensur.
Grafik: © 2009 BKA
BKA-Präsident wehrt sich gegen den Vorwurf der Zensur.

Diesen Artikel auf Englisch lesen.

Wer wissentlich und gezielt eine vom BKA im Rahmen des vor kurzem beschlossenen Zugangserschwernisgesetzes gesperrte Website aufruft, macht sich damit strafbar. Das erklärte der Präsident des Bundeskriminalamts, Jörg Ziercke, auf einer Veranstaltung der Juso-Hochschulgruppe Mainz und des SPD-Bundestagsabgeordneten Michael Hartmann. “Die bewusste Umgehung des Stopp-Schildes ist für den, der es macht, nicht ohne Risiko”, sagte Ziercke laut einer MP3-Aufzeichnung der etwa zwei Stunden langen Debatte. Laut Ziercke signalisiert das Stopp-Schild, das zukünftig statt der aufgerufenen Website erscheint,
allen: “Ab hier machen Sie sich strafbar.” Wer dieses Stopp-Schild nun absichtlich umgehe, müsse damit rechnen, dass bei möglichen späteren strafrechtlichen Ermittlungen Vorsatz in der Beschaffung von kinderpornographischem Material nachgewiesen werden könne.
Der BKA-Präsident sieht das allgemeine Ziel des neuen Gesetzes darin, “an das Rechtsbewusstsein derjenigen Nutzer zu appellieren, die sich durch das Auffinden von Kinderpornographie im Netz strafbar machen”.
Zugleich wehrte er sich gegen den Vorwurf der Zensur. Die Menschenwürde der Opfer wiege schwerer als die Informationsfreiheit der Nutzer. Zudem führe seine Behörde keineswegs eine geheime Filterliste: Sowohl das gesetzlich vorgeschriebene Kontrollgremium als auch die Provider würden die Liste regelmäßig erhalten. Die Liste könnte tagesaktuell auch den Bundestagsabgeordneten zur Prüfung übermittelt werden. Nur eine allgemein Veröffentlichung lehnt Ziercke aufgrund des Missbrauchspotenzials ab. Er betonte außerdem, dass seine Behörde keine anderen als die im Gesetz festgelegten kinderpornographischen Inhalte sperren werde. Beim Sperren beliebiger Inhalte würde das BKA sich strafbar machen und haftungsrechtlichen Konsequenzen aussetzen. “So blöd sind wir nun auch nicht”, sagte Ziercke.

Quelle: heise.de

[ak]

Tags: , , , ,

Kommentar schreiben




31.07.2010
 Tutorials @ magbiz.net
    Tutorials @ magbiz.net
 ANZEIGE
 FOTOGALERIE
    Fotogalerie
    FotogalerieFotogalerie
    FotogalerieFotogalerie
 VIDEOGALERIE
    Videogalerie
    VideogalerieVideogalerie
    VideogalerieVideogalerie
 ANZEIGE
 VERZEICHNIS
 WORKSHOPS
 ANZEIGE
 SOZIALE NETZWERKE
    Folge uns auf Twitter Alle aktuellen Meldungen vom magbiz findest Du jetzt auch auf unserem Account auf Twitter.com
 ANZEIGE
 Aktuelle Kommentare
 PARTNER