Keine Kondome in Pornos – Pornounternehmen verklagt

Steve Hirsch, Gründer von Vivid Entertainment, denkt nicht, dass Pornodarsteller denselben Regelungen bezüglich Körperflüssigkeiten unterliegen sollten wie beispielsweise Krankenhausangestellte.
Diesen Artikel auf Englisch lesen.
Ungeschützter Geschlechtsverkehr überträgt Krankheiten wie HIV und Hepatitis B. Dennoch benutzen die Darsteller in den meisten Pornos keine Kondome. Dies hat im Bundesstaat Kalifornien, wo die meisten Pornounternehmen in den USA angesiedelt sind, nun zwei Stiftungen auf den Plan gerufen, die gerichtlich gegen diesen Kondomverzicht in Pornos vorgehen wollen. Zuvor wurden 58 Filme von kalifornischen Produktionsfirmen nach dem Zufallsprinzip ausgewählt und begutachtet. Nur in 2 der 58 Filme wurden Kondome benutzt. Gegen insgesamt 16 Produktionsfirmen soll nun Klage eingereicht werden. Man versucht damit, die Produzenten zum Einsatz von Kondomen zu zwingen und die staatlichen Behörden zu stärkeren Sicherheitsvorkehrungen zu veranlassen. Die Stiftungen haben auch das Land Kalifornen verklagt. Die Anklage stützt sich auf die Behauptung, dass die Gesundheitsbehörden es verabsäumt hätten, die Ausbreitung von Geschlechtskrankheiten zu verhindern und die Gesetze durchzusetzen, wonach Angestellte vor dem Kontakt mit Körperflüssigkeiten geschützt werden müssen. Die Klage war eingereicht worden, nachdem man bei einem Pornodarsteller HIV festgestellt hatte.
Vertreter der Pornoindustrie sehen die Angelegenheit indes gelassener. Sie verweisen darauf, dass ein monatlicher Test für Geschlechtskrankheiten vorgeschrieben sei, der größtmögliche Sicherheit für die Darsteller garantiere. Steve Hirsch, Gründer von Vivid Entertainment, denkt nicht, dass Pornodarsteller denselben Regelungen bezüglich Körperflüssigkeiten unterliegen sollten wie beispielsweise Krankenhausangestellte. Wenn Kalifornien eine Kondompflicht einführen sollte, würden die Pornounternehmen das Land einfach verlassen und sich woanders ansiedeln, so Hirsch.
Die frühere Pornodarstellerin Shelly Lubben – Gründerin der Organistion Pink Cross, die Darstellern beim Ausstieg aus der Pornobranche hilft – erzählt, sie habe sich bei Drehs mit Herpes und HPV angesteckt, worauf ihr halber Gebärmutterhals habe entfernt werden müssen. Sie möchte, dass die Fans wissen, was sie mit ihren Rufen nach immer härteren und groberen Pornos unterstützen. Sie möchte den Fans klar machen, was sie sich in Wahrheit ansehen: Kranke Menschen.
Quelle: latimes.com
Tags: Hepatitis, HIV, Klage, Kondom, Krankheiten, Pink Cross, Porno, Pornounternehmen, Shelly Lubben, Steve Hirsch, Vivid Entertainment



