Jobsuche

Hollywood wendet sich dem Porno zu

November 27th, 2009
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Die Zeiten sind hart, auch in Hollywood.
Bild: © by Sörn
Die Zeiten sind hart, auch in Hollywood.

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Die Zeiten sind hart, auch in Hollywood. Nach einem Bericht vom 16. November auf cnbc.com suchen immer mehr Menschen Arbeit in der Pornobranche. Produktionsfirmen von Pornos sagen, sie hätten einen dramatischen Anstieg von Bewerbern mit Erfahrung im Bereich von Big-Budget-Filmen verzeichnet. Das Spektrum reiche dabei von Regisseuren über ganze Filmcrews bis hin zu Marketing-Spezialisten.

Chris Ruth von Digital Playground sagt dazu: “Ich kenne Leute aus dem Marketing und dem Verkauf sowohl aus der Musikindustrie als auch aus Hollywood, die sich jetzt für Jobs bewerben, die sie vor einigen Jahren niemals in Erwägung gezogen hätten – für weniger Gehalt, als sie damals zu akzeptieren bereit gewesen wären.”

Aber obwohl viele der Bewerber die richtigen Referenzen haben und das geringere Gehalt akzeptieren, sind sie bei ihrer Jobsuche nicht sehr erfolgreich. “Wir sind eine geschlossene Gemeinschaft,” sagt Katy Zvolerin, PR-Direktorin von Adam & Eve, einem Unternehmen, das mehr 30 Filme im Jahr veröffentlicht. Man arbeite lieber mit den Leuten, die man kenne und von denen man wisse, dass sie gute Arbeite machen, so Zvolerin weiter.

Viele der Mainstream-Filmemacher fühlen sich wahrscheinlich in ihrer Ehre und moralischen Überlegenheit verletzt, da sie nun an die Türen der Pornobranche klopfen müssen. Digital Playground stellt gerade Leute ein – ein traditioneller Filmemacher ist aber nicht dabei. Chris Ruth von Digital Playground erklärt: “Leute, die niemals in diesem Business arbeiten wollten, sind plötzlich flexibel geworden. Ich glaube, die Inhaber [des Unternehmens] können bei jeder Position – egal ob hinter einem Schreibtisch oder hinter einer Kamera – sagen, ob jemand das wirklich ernsthaft machen möchte oder einfach nur auf einen Gehaltsscheck aus ist.”

Auch wenn Medienberichte anderes behauptet haben: Die landesweit stark gestiegene Arbeitslosigkeit in den USA hat bei Produktionsfirmen in der Adult-Branche zu keinem spürbaren Anstieg von Bewerbungen für einen Job vor der Kamera geführt. Es gibt wohl einen anekdotenhaften Zusammenhang zwischen der Arbeitslosigkeit und einer leicht gestiegenen Anzahl von Bewerbungen bei Strip-Clubs, aber Menschen, die zuvor Sex vor der Kamera abgelehnt haben, ändern ihre Einstellung nicht aufgrund der wirtschaftlichen Lage.

Derek Hay, Inhaber von L.A. Direct, einer großen Modelagentur für Erotikdarsteller und -darstellerinnen sagt, er habe keinen wirklichen Anstieg an eingehenden Bewerbungen festgestellt – und sei darüber sehr froh. Man habe nämlich gar nicht genügend Jobs, um eine größere Anzahl von Bewerbern unterzubringen. Die Erotikbranche sei von der Rezession hart getroffen worden, härter als andere Branchen.

Die ganze Geschichte entbehrt nicht einer gewissen Ironie: Immer mehr Porno-Regisseure wollen nämlich zum Mainstream-Film wechseln (auch wenn ihnen meistens noch die Tür vor der Nase zugeschlagen wird). Und immer mehr Pornodarstellerinnen finden sich auf der großen Leinwand wieder – wie zum Beispiel Sasha Grey, die in Steven Soderberghs “The Girlfriend Experience” eine Hauptrolle spielt.

Quelle: cnbc.com

[ak]

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