Runde 2

Der Kampf um die Playboy Hasen geht weiter

Juli 19th, 2010
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Hugh Hefner und Marc Bell bieten um den Playboy

Hugh Hefner und Marc Bell bieten um den Playboy

Marc Bell, mit 43 Jahren gerade mal halb so alt wie Hugh Hefner, hat den Aktionären und Hugh Hefner ein Angebot unterbreitet: 210 Millionen Dollar. Und schon mehr als zynisch erklärt Bell weiter, Hefner dürfte Chefredakteur bleiben und erhalte ein Wohnrecht um weiterhin in dem Playboy-Anwesen zu leben. Ein Schlag in das Gesicht von Hugh Hefner, der immerhin zu einer Legende in der Erotikbranche aufgestiegen ist und dessen Name weltweit bekannt ist.

In den 1990er Jahren hat Bell auf das Technikgeschäft gesetzt und ist damit groß geworden, er gründet diverse Firmen, wie u.a. das Internetunternehmen Globix. Im Jahre 2003 gründet er die Private-Equity-Gesellschaft “Marc Bell Capital Partners” und bereits ein Jahr später übernimmt er die Kontaktbörse “Friendfinder”. Ebenfalls im Jahre 2004 übernimmt er den verschuldeten Penthouse-Verlag, nachdem dessen Gründer Bob Guccione ausgestiegen ist.

Das Printbusiness läuft eben nicht mehr gut. Das Internet bietet hier viel mehr Möglichkeiten und wenn man, wie Hefner, das Internet verschlafen hat, gehen auch die Umsatzzahlen in den Keller. Hat Hefner in seiner Glanzzeit 1972 ganze 7,1 Millionen Magazine verkauft so waren es in den 1990er Jahren nur noch 5 Millionen und die Auflage wurde erst nochmals von 2,6 Millionen auf 1,5 Millionen Exemplare gesenkt. Verständlich, dass hier auch die Anzeigenkunden weniger werden bzw die Einnahmen sinken.

Marc Bell ist hier im Vorteil, er hat schon entsprechende Erfahrungen im Internet. So macht auch das Print-Magazin nur einen unbedeutsamen Teil des Geschäftes aus. Mit dem Friendfinder Netzwerk und weiteren Zehntausenden Websites hat Bell über 250 Millionen Nutzer – und das nicht nur in der Erwachsenen-Unterhaltung. Selbst eine christliche Webseite gehört zum Imperium von Bell.
Mit dem Playboy will Bell hauptsächlich Lizenzgeschäfte machen. Hefner hat dieses nicht geschafft, Playboy Enterprises schreibt seit 2006 Verluste. Im ersten Quartal 2010 sank der Umsatz auf 52 Millionen Dollar. Es wird mit Sparmassnahmen und Entlassungen reagiert.

Aber die Marke Playboy hat noch Potential und das Häschen-Logo ist immer noch beliebt.

Auf die Frage, ob Bell der neue Hugh Hefner werden will, kam von ihm wieder eine sarkastische Antwort: “Ich wäre lieber ein Donald Trump. Es ist nicht mein Lebensziel in einem Badezimmer zu leben.”

[tw]

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08.02.2012
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