SEO-Kolumne von Bastian Grimm

Artikelverzeichnisse & SEO

August 12th, 2009
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Im Bereich der Suchmaschinenoptimierung sind Links, wie das Salz in der Suppe – ohne funktioniert es einfach nicht. War es vor einigen Jahren vielleicht noch ein Verhältnis von 50/50 (On-Page vs. Off-Page Optimierung) so können Sie heute die tollsten Dinge auf Ihrer Website anstellen – ohne Links wird’s nicht funktionieren.

Und relevante Links zu beschaffen, ist nicht immer einfach, insbesondere in Zeiten des „Linkgeizes“ hat man es hier als SEO ganz besonders schwer. Zudem hält sich auch das weit verbreitete Gerücht „ausgehende Links schaden meiner Webseite“ stetig – dabei ist wohl eher das Gegenteil der Fall. Ausgehende Links auf der eigenen Seite, welche wiederum auf starke, andere Seiten verweisen, können dem eigenen Ranking helfen!

Das Prinzip „Content gegen Links“ machen sich auch die so genannten Artikelverzeichnisse (kurz „AVZ“) zu nutze. Der Autor oder Webmaster verfasst einen Text und darf als Gegenleistung diesen Text mit einigen Backlinks zu seiner Domain versehen. Auf den ersten Blick ein fairer Deal, mag man denken – doch der Teufel steckt hier im Detail… Aber von vorne: Bevor ein Artikel in einem solchen Verzeichnis platziert werden kann, muss also erst einmal etwas geschrieben werden. Fast alle Artikelverzeichnisse verlangen sog. „Unique Content“, d.h. für jeden Verzeichnis-Eintrag muss ein neuer Artikel erstellt werden (oder zumindest ist ein starkes Umformulieren notwendig), damit dieser überhaupt akzeptiert wird – dies bedeutet also in jedem Falle Aufwand und / oder Kosten. Ein gängiger Artikel sollte außerdem mindestens 250 Wörter umfassen, bei einigen liegt die Minimalwortanzahl sogar noch höher. Mit einem Einzeiler klappt es in der Regel nicht, da diese Artikel in fast allen Verzeichnissen von Hand frei geschaltet werden.

Schaffen Sie es nun also, einen solchen Artikel zu platzieren, so erhalten Sie als Gegenleistung für Ihre Arbeit – meist je nach Wortanzahl – eine bestimmte Anzahl an Links zurück auf Ihre Seite – mal zwei, mal mehr. Die Anchortexte sowie auch die Linkziele bestimmen Sie dabei selbst. Im Grunde beschränkt sich also der Aufwand also erst einmal auf das Schreiben des Textes (und ggf. das Auffinden passender AVZ).

Die Probleme fallen erst bei genauerer Betrachtung auf:

  1. Keine Garantie auf Aufnahme
    Die Artikelverzeichnisse geben keine Garantie darauf, dass ein Artikel auch tatsächlich aufgenommen wird – im schlechtesten Fall wird der Artikel nicht frei geschaltet und vom AVZ-Betreiber anderweitig (selbst) verwendet, d.h. Sie haben den Text umsonst produziert.
  2. Zu viele ausgehende Links
    In Relation zu der großen Mengen ausgehender Links haben die meisten Artikelverzeichnisse im Verhältnis viel zu wenig Backlinks auf das eigene Angebot. Die kann ein klares Signal (z.B. für Google) sein, dass es sich hier um eine Linkfarm handelt – und diese sind ja bekanntlich auch zu vermeiden…
  3. Die BadBoys (Fake PageRank & Co)
    Wie in jedem Bereich gibt es auch hier immer wieder Betreiber, die wenig seriös an das Thema herangehen. Häufige Fallen sind z.B. gefälschter PageRank, der vortäuschen soll, dass das AVZ stark ranked bzw. wertvolle Links zurück gibt oder gar „nofollow“-Backlinks, welche faktisch keinen Wert haben – damit profitieren die Betreiber von Ihrem Content, geben aber keinen Gegenwert zurück. In besonders dreisten Fällen wird „nofollow“ dabei z.B. über den Robots-X-Header implementiert, so dass es auf den ersten Blich nicht einmal auffällt.
  4. Abwertung von Artikelverzeichnissen durch Google
    Insbesondere in Deutschland ist Google stark dazu übergegangen, den AVZs die Power zu nehmen – sei es nun durch manuelle PageRank Herabstufungen (um die AVZs uninteressant zu machen) oder auch durch Diskreditierung der ausgehenden Links – sprich die Links bringen keinerlei Rankingverbesserung mit sich.
  5. Kein klarer Themenfokus
    Auf Grund der Tatsache, dass die Themen zu breit gestreut sind (jeder kann ja beliebige Texte zu beliebigen Themen veröffentlichen), gibt es keinen klaren Fokus – d.h. die Backlinks sind kaum begrenzt relevant.

Auf Grund oben genannter Probleme, ist die breite Masse der Artikelverzeichnisse für einen effektiven Linkaufbau in Deutschland nicht geeignet. Allenfalls themenrelevante Artikelverzeichnisse können Sinn machen, doch auch hier empfiehlt sich vorab eine genaue Prüfung, damit Sie Ihren Content nicht umsonst dort platzieren. Insbesondere die folgenden Kriterien sollten für jede Eintragung beachtet und vorher geprüft werden:

- Wie sieht das Backlink Profil des AVZs aus? Gibt es qualitativ hochwertige Seiten, die auf das AVZ verlinken oder „lebt“ das AVZ selbst noch von Social Bookmarks Backlinks, die keinen bis sehr geringen Wert haben?

- Ist das AVZ bei Google ausreichend stark (auch Unterseiten, etc.) indiziert? Wie sieht ein Abbild des Google Cache’s aus?

- Gibt das AVZ saubere Links zurück? Non-„nofollow“ (auch den Header prüfen)?

- Können die Artikel von den Crawlern überhaupt erreicht und indiziert werden (interne Verlinkung & robots.txt prüfen)?

- Ist der angezeigte PageRank echt oder wird hier bereits getäuscht?

Sind oben genannte Kriterien geprüft und das themenrelevante AVZ für gut befunden worden, steht einer Nutzung nichts im Wege. Dennoch sollten Sie sich nicht allein auf solche Links verlassen!

Meiner Meinung nach ist die Nutzung von AVZs in Deutschland von vielen (Hobby-) SEOs einfach völlig übertrieben worden – insbesondere aus diesem Grund musste Google hier reagieren und (manuelle-) Herabstufungen vornehmen. Ich selbst nutze Artikelverzeichnisse in Deutschland gar nicht. In anderen Ländern, wie zum Beispiel Frankreich sieht der Markt völlig anders aus: Es gibt insgesamt vielleicht zehn französische AVZs (vgl. Deutschland: mehrere hundert), welche selbst hervorragend ranken und demnach auch qualitativ wertvolle Backlinks liefern – die Situation ist also auch pro Land zu betrachten.

[bg]

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12.03.2010
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